Zähneknirschen, CMD und ihre Zusammenhänge im Körper

Kieferbeschwerden

Viele Menschen bemerken morgens eine angespannte Kaumuskulatur, Druck im Kopfbereich oder eine eingeschränkte Mundöffnung. Manche wissen, dass sie nachts mit den Zähnen knirschen oder pressen. Andere erfahren erst durch ihren Zahnarzt davon.

Auch Kieferknacken oder einseitige Kieferspannung können Hinweise darauf sein, dass im Bereich des Kiefergelenks erhöhte Aktivität besteht.

Der Kiefer steht jedoch nicht isoliert für sich. Er ist in ein weit verzweigtes System aus Muskeln, Faszien und nervalen Verbindungen eingebunden.

Was bei Zähneknirschen nachts geschieht

Beim nächtlichen Knirschen oder Pressen entsteht eine hohe muskuläre Aktivität. Die Kaumuskulatur gehört zu den kräftigsten Muskelgruppen des Körpers.

Bleibt diese Spannung über längere Zeit bestehen, kann sie sich bemerkbar machen durch:

  • Druck im Kopfbereich
  • Spannung im Nacken
  • einseitige Belastungsgefühle
  • eingeschränkte Beweglichkeit des Kiefergelenks
  • Geräusche im Gelenk wie Kieferknacken

In manchen Fällen wird in diesem Zusammenhang von einer craniomandibulären Dysfunktion, kurz CMD, gesprochen. Gemeint ist damit eine Funktionsstörung im Zusammenspiel von Kiefergelenk, Muskulatur und angrenzenden Strukturen.

Die Rolle einer Zahnschiene

Eine Zahnschiene kann die Zähne schützen und den Abrieb reduzieren. Sie ist häufig ein wichtiger Bestandteil der zahnärztlichen Versorgung.

Die muskuläre Aktivität selbst wird dadurch jedoch nicht immer vollständig beeinflusst. Das Pressen kann weiterhin bestehen, auch wenn die Zähne geschützt sind.

Deshalb kann es sinnvoll sein, den Kiefer nicht nur zahnbezogen, sondern im Zusammenhang mit dem gesamten Körper zu betrachten.

Wie der Kiefer Einfluss auf den Körper nehmen kann

Der Unterkiefer ist über die Schädelbasis mit der Halswirbelsäule verbunden. Von dort bestehen weitere Verbindungen in den Schulterbereich, den Brustkorb und bis in das Becken.

Dauerhafte Kieferspannung kann sich deshalb auswirken auf:

  • Beweglichkeit im Nacken
  • Spannung im oberen Rücken
  • Atembewegung
  • allgemeine Muskelspannung im Rumpf

Der Körper reagiert auf erhöhte Aktivität häufig mit Anpassungen in anderen Regionen.

Und umgekehrt: Wenn der Körper Einfluss auf den Kiefer nimmt

Ebenso kann der Kiefer auf Belastungen reagieren, die ihren Ursprung nicht im Mundraum haben.

Erhöhte Grundspannung im Rumpf, einseitige körperliche Belastung oder anhaltende Stresssituationen können sich im Muskeltonus des Kiefers widerspiegeln.

In solchen Fällen ist das Knirschen oder Pressen nicht ausschließlich ein lokales Geschehen, sondern Teil einer umfassenderen Spannungsverteilung im Körper.

Osteopathische Betrachtung bei Kieferspannung und CMD

In der osteopathischen Untersuchung wird der Kiefer nicht isoliert behandelt.

Neben der lokalen Beweglichkeit werden auch Schädelbasis, Halswirbelsäule, Brustkorb und Becken berücksichtigt. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Kiefergelenk und restlichem Körper zu erkennen und Spannungsmuster besser zu verstehen.

Dabei steht nicht ein einzelner Muskel im Mittelpunkt, sondern das Zusammenspiel verschiedener Bereiche.

Was das für Sie bedeutet

Zähneknirschen nachts, Kieferknacken oder anhaltende Kieferspannung können unterschiedliche Ursachen haben.

Manchmal liegt der Schwerpunkt im Bereich des Kiefergelenks selbst. In anderen Fällen beeinflussen Spannungen aus dem restlichen Körper den Kieferbereich oder werden von ihm weitergegeben.

Welche Zusammenhänge in Ihrem Fall eine Rolle spielen, lässt sich nur individuell beurteilen.

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder Veränderungen im Kiefer- oder Nackenbereich wahrnehmen, sprechen Sie mich gerne an.

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